Jetzt steht der Nachfolger des 2004er Albums “Advance And Vanquish” im Laden - von Fans der kanadischen Band 3 Inches Of Blood sehnsüchtig erwartet. ”With this album, the blacksmith is heating up the blades and we are preparing for battle,” beschreibt Sänger Jamie Hooper die neue Scheibe. “We are forging the steel that we’ll use to annihilate the heavy metal posers, and in every town we play, the streets will run red with their blood.” Produziert hat das Ganze der allseits bekannte Slipknot-Trommler Joey Jordison. Und eines muss vorweg noch gesagt werden, damit sich alle, die 3 Inches Of Blood noch nicht kennen, nicht erschrecken: Man muss sich sicherlich, wie auch schon bei den vorherigen Werken, an den Gesang gewöhnen. Hat man das aber erst einmal geschafft, dann kann man sich die CD auch ganz anhören.


Wie bereits erwähnt, der Gesang von Jamie Hooper ist durchaus gewöhnungsbedürftig und wohl nicht jedermanns Sache. Ich zumindest kann mich an keinen anderen Sänger erinnern, der so inbrünstig in die höchsten Töne der Tonleiter reingrätscht. Während andere mit düsterem Gegröhle punkten geht Hooper die andere Richtung und zerfetzt die hohen Töne.
Das Album legt los mit “Through The Horned Gate“. Der Song beginnt ruhig und leitet den Hörer sanft in das nun kommende Album ein. Richtig los geht es erst mit dem folgenden “Night Marauders“: Treibende Gitarrenriffs und der unverkennbare Gesang von Hopper zeigen, dass 3 Inches Of Blood mit “Fire Up The Blades” genau da weiter machen, wo sie mit “Advance And Vanquish” aufgehört haben. “Goatrider’s Horde” ist Song Nummer 3 auf der Platte und ist ebenso voll Power wie der vorherige Song und strotzt nur so vor Kraft. Insgesamt wirkt er jedoch etwas melodischer auf mich, was auch an dem Gitarrensolo liegen kann. Sehr ulkig finde ich jedoch die Kuhglocke, oder zumindest das Glockengebimmel, dass den Song am Anfang einleitet. Dingelingeling. Der nächste Song “Trial Of Champions” besticht durch das rifflastige Intro und den Drumbeat, der Einen durch seinen teilweise vorhandenen Offbeatcharakter mit Nachdruck zum Mitwippen auffordert. Auch der Übergang nach ca. 2/3 des Songs ist gut gelungen. Dieser Song ist mal was anderes und macht Spaß! Weiter geht’s mit “God Of The Cold White Silence“. Der Song beginnt erstmal mit einem Schrei. Am Gesang kann ich nicht viel Variation erkennen, aber insgesamt hat der Song durch den zunächst doch etwas einfacheren Drumbeat eher treibenden Charakter. Dieses Motiv kommt während des Songs auch immer wieder. In der Mitte des Songs wird das Ganze etwas melodischer und ähnelt, abgesehen von der tragenden Gitarre, teilweise einem militärischen Marsch. “Forest King” beginnt mit melodischer Gitarre und lässt den Ohren eine kleine Auszeit zur Erholung von dem Gesang, dennoch bleibt der natürlich nicht lange aus. Insgesamt klingt der Song trotz wirklich guter melodischer Gitarrenarbeit recht eintönig. “Demon’s Blade” beginnt mit tiefgestimmter Gitarre und klingt etwas bedrohlich. Der Song legt, wie bereits die Vorgänger, aggressiv und mit hohem Tempo los. Leider habe ich es noch nicht geschafft genauer auf den Text zu achten. Song Nummer Acht hört auf den Namen “The Great Hall Of Feasting” und beginnt untypisch eher ruhig und bombastisch. Im Vordergrund stehen die Drums und ein recht rudimentäres Riff, die den Gesang unterstützen. Wieder etwas Abwechslung vom sonstigen Geknüppel. Insgesamt klingt das Stück komplexer und melodischer. Auch dieser Song gefällt mir sehr gut. “Infinite Legions” legt dann, wie erwartet, wieder mit voller Knüppelpackung los. Ein Song, den man unbedingt einschmeissen sollte, wenn man schlechte Laune hat. Hierzu kann man sich in der Tat abreagieren - nur die etwas ruhigeren Parts stören dabei. Aber auch über die kommen wir getrost hinweg. Song Nummer Zehn: “Assassins Of The Light” klingt zu Anfang wieder nach mehr Komplexität, die jedoch findet sich im Song selber kaum wieder. Dennoch kein schlechter Song, aber klingt streckenweise schon, wie ein Durchschnittssong. Nur Bridge und Gitarrensolo (und Drumbeat während des Solos) lassen dieses Lied für mich aus der Masse herausstechen. Die letzte Hälfte des Song gefällt eindeutig besser als die Erste. “Black Spire” habe ich leider noch nicht hören können, daher kann ich auch nicht viel dazu sagen. Der vorletzte Song nennt sich “Hydra’s Teeth” und beginnt mit einem Schrei, treibenden Drums und den altbekannten Gitarren. Insgesamt klingt der Song nicht ganz so hektisch, wie man anderer 3 Inches Of Blood Song. Das niedrigere Tempo tut dem Song auch ganz gut. Zwar ist auch hier nichts besonders herausragendes zu entdecken, aber trotzdem gefällt mir der Song doch besser als der vorherige. In der Mitte erhalten wir wieder ein obligatorisches kleines Gitarrensolo, dass die Seelen all unserer Gitarristen das draußen streichelt. Mit “Rejoice In The Fire Of Man’s Demise” schließt das Album. Der Song klingt freundlicher und melodisch und enthält auch keinen Gesang. So werden dem Hörer zum Abschluss noch einmal die Ohren geschont. Ein schöner Song und ein würdiger Abschluss!
Insgesamt klingt das Album gewohnt nach 3 Inches Of Blood. Die Jungs aus British Columbia (Kanada) sind ihrem Stil auf jeden Fall treu geblieben. Doch im Großen und Ganzen klingt die Platte etwas aggressiver als noch der Vorgänger und braucht etwas um sich im Gehörgang festzusetzen. Gerade der kreischend hohe Gesang macht es dem Hörer auch nicht besonders leicht, wodurch diese Platte wohl keinen Stammplatz im CD-Player ergattern kann. Aber ab und zu ist die Platte es wert herausgeholt und gehört zu werden. Nachdem die Fans nun die neue Platte erwartet sind die Jungs von 3 Inches Of Blood gespannt, was sie auf der neuen Tour erwartet: “The music’s more extreme now, but I don’t know how much more extreme some of these fans can get,” sagt Hooper. “In Cincinnati, we had a fellow come onstage with a pig’s head on a stick. He fell down and dropped the head and we had to soccer ball kick it off the stage. Then, in Fargo, North Dakota, a guy came on holding a severed deer’s head over his head. The tongue was sticking out and blood was dripping all over his face. How much more metal can you get than that?” Wie gesagt, wer sich von dem Gesang nicht abschrecken lässt, kann durchaus ein kleines Schätzchen entdecken. Das komplette Album kann übrigens bei MP3.com gestreamt angehört werden!
Trackliste:
- Through The Horned Gate
- Night Marauders
- The Goatrider’s Horde
- Trial Of Champions
- God Of The Cold White Silence
- Forest King
- Demon’s Blade
- The Great Hall Of Feasting
- Infinite Legions
- Assassins Of The Light
- Black Spire
- The Hydra’s Teeth
- Rejoice In The Fire Of Man’s Demise
Anspieltipps: The Goatrider’s Horde, Trial Of Champions, The Great Hall Of The Feasting, Infinite Legions.
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